Ein Zine als Leseprobe
- lisaostwald
- 3. Aug.
- 3 Min. Lesezeit

Ich stecke in den Messevorbereitungen für meine letzte große Messe 2026: Die BuchBerlin am 31.10./01.11.2026.
Währenddessen bin ich vor längerer Zeit über ein Video auf TikTok gestolpert, in dem eine Creatorin gesagt hat, dass Leseproben anzubieten eine gute Möglichkeit ist, um Kunden zu gewinnen. Ich bin gedanklich meinen Messestand durchgegangen. Ja, Leseproben fehlten mir. Das möchte ich gerne ändern. So können Interessierte eine Leseprobe mitnehmen und sich das Buch ggf. später kaufen.
Im Gespräch mit einer Schreibkollegin kamen wir zu dem Ergebnis, dass das eine gute Strategie ist. Stellt euch vor, jemand kauft euer Buch und ist schlimmstenfalls enttäuscht, was eine schlechte Rezension zur Folge haben kann. Oder, im besten Fall, ist die oder der Interessierte unsicher, nimmt sich die Leseprobe mit, kauft sich das Buch im Nachgang und ist begeistert. Eine oder einen treuen Lesenden dazu gewonnen.
Nur kam das Erwachen beim Kalkulieren von Broschüren in meiner Stammdruckerei: Sehr teuer. Klar, Papier kostet, genauso wie Personal, Strom, Farbe, Miete … Traurig habe ich die Seite geschlossen und das Thema beiseitegeschoben.
Bis mir ein zweites Video von TikTok vor die Füße fiel. Darin ging es um Zines. Kleine, unabhängige Magazine, die auf wenigen Seiten zu einem Thema berichten.
Drei Mal dürft ihr raten … Ich war Feuer und Flamme! War mein Leseproben-Problem so einfach zu lösen? Zines als Leseprobe?
Was sind Zines?
Zines sind kleine, selbstgestaltete Publikationen in kleinen Auflagen. Unabhängig, nicht-kommerziell und reich an Themen. Jede und Jeder, der einen Drucker und Lust zum Publizieren hat, kann Zines erstellen.
So wirklich kann der Start der Zines nicht datiert werden. Die Seite zines.cool (https://zines.cool/) vermutet den Start in den 1930er Jahren, als Science-Fiktion-Fans die ersten Zines erstellten, um ihre Geschichten und Ideen zu teilen. In den 1960ern wurden Zines zu einem wichtigen Bestandteil der der Underground-Szene, während sie in den 1970ern von queeren und feministischen Aktivisten genutzt wurden. Höhepunkt erreichten Zines in den 1990ern, als die Riot Grrl-Bewegung (kein Schreibfehler, ich habe es geprüft) und die Grunge-Szene sie zur Verbreitung ihrer Musik, Kunst und politischen Botschaften nutzten.
Was brauche ich für ein Zine?
Eine Idee, ein Blatt Papier, einen Drucker oder Kopierer, ein Falzbein (Ich nutze ein Geodreieck), Kleber– mehr nicht. Gut, Zeit und Geduld, worüber Autorinnen und Autoren verfügen sollten.
Wer keinen Drucker hat, fragt im örtlichen Copyshop oder der Bibliothek nach den Kosten. Kurze Recherche meiner Stammdruckerei: 50 Blatt, einseitig bedruckt in Farbe kosten 14,73 €. Im Vergleich lagen zehn Broschüren bei über 30,00 €.
Als Sparfuchs habe ich mich für die Variante »Selfmade« entschieden.
Wie erstelle ich meine Leseproben?
Ich habe ein Ziel, einen Text, ein Cover und einen Klappentext. Alles da, um ein Zine über mein Buch anzufertigen. Und mir war klar, dass ich das Zine am Computer erstelle. Ich möchte niemanden meine Handschrift zumuten.
Und da ich sehr gerne mit Canva arbeite, habe ich das Projekt dort erstellt. (P. S.: Ich bekomme kein Geld für die Nennung. Ihr könnt es in jedem Programm machen, dass ein wenig Grafik zulässt.)
Bei Zines wird einseitig gearbeitet. Das Blatt wird in acht Bereiche aufgeteilt, die in einer bestimmten Reihenfolge angeordnet werden. Auf der Abbildung seht ihr, was ich meine.

Abbildung 1: Aufteilung des Zines
Dank der Nutzung von Hilfslinien ging die Erstellung des Grundgerüstes in Canva flott. Was fummelig war, war den Text einzufügen. Hat alles geklappt, sogar das auf den Kopf stellen. Mit Cover und Klappentext sah es richtig gut aus! Woran gedacht werden muss: Kein Drucker schafft einen Druck bis zum Rand. In Canva wird euch ein »Sicherheitsbereich« angezeigt. Wenn ihr darüber kommt, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es verschwindet, was auch immer dort stand.
Zum Schluss ein CTA (»Call-To-Action«) und ein QR-Code, der zu meiner Website führt … Fertig ist mein Zine!
So sieht es beispielsweise für meinen Roman »Shadow Desire – Medusa & Perseus« aus.

Abbildung 2: Zine für meinen ersten Roman.
Zum Abschluss das Projekt als PDF downloaden (die Hilfslinien verschwinden), drucken und dann geht’s ans Falten. Das zeige ich euch in einem zweiten Blogbeitrag.
Wie, du möchtest selber ein Zine gestalten?
Dann hast du Glück. Du bekommst von mir eine Anleitung, wie du dein Dokument in Canva anlegst.
Du kannst dir das PDF kostenlos downloaden. Keine E-Mailadresse, kein Abo, nix. Ich will nur, dass du kreativ wirst.
Hab Spaß!
Vielleicht magst du mir dein Zine zeigen? Schreib mir einfach eine E-Mail oder verlinke mich auf Social-Media.



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